125 Jahre Posaunenchor Harburg 1888-2013

1888 wurde der Posaunenchor Harburg als „Posaunenchor des ev.-luth. Männer- und Jünglingsvereins e.V. Harburg/Elbe“ gegründet. Die erste Übungsstunde fand in der Schule in Wilstorf unter der Leitung von Heinrich Schulz statt, der auch als Lehrer und Organist tätig war. Am 1. Advent 1888 gab es den ersten öffentlichen Auftritt. 1906 wurde das neu erbaute Vereinshaus in der Marienstraße 40 neuer Probenort. Der erste Weltkrieg brachte einen gravierenden Einschnitt und Mitgliederverlust mit sich. Dennoch wurde 1918/19 die Probenarbeit wieder aufgenommen. So konnte der Chor 1928 sein 40jähriges Jubiläum gemeinsam mit Pastor Johannes Kuhlo, dem Mitbegründer der Posaunenarbeit in Deutschland, feiern. Schon 1933 gab es die erste Adventsmusik in der Dreifaltigkeitskirche Harburg - inzwischen eine bewährte Tradition, die bis heute anhält.

 

1936 wurde Peppi Behrend neuer Chorleiter und behielt dieses Amt 27 Jahre lang. Obwohl die Nazis oft versuchten, die Posaunenchöre für ihre Sache zu instrumentalisieren und so viele Chöre zur Aufgabe zwangen, feierte der Chor 1938 sein 50jähriges Jubiläum unter dem Leitspruch „Gott loben, das ist unser Amt“. Dazu fand ein Konzert mit mehr als 100 Bläsern auf dem Harburger Rathausplatz statt. Im 2. Weltkrieg wurden bei einem Bombenangriff auf Harburg das Vereinshaus, Noten und sämtliche Instrumente vernichtet.1945 folgte der Neubeginn als Quartett mit geborgten Instrumenten. Peppi Behrend schaffte es, wieder neue Bläser um sich zu sammeln und den Kirchenkreis Harburg als Träger zu gewinnen. Es folgte 1946 die Umbenennung in „Posaunenchor des ev.-luth. Kirchengemeindeverbandes zu Harburg“- Posaunenchor Harburg.. Gottesdienste, Missionsfeste, Grundsteinlegungen und Einweihungen - das waren die Haupteinsätze des Chores damals.

 

Dies änderte sich, als 1963 Heinz Korupp die Chorleitung übernahm. Die Probenarbeit fand seit einiger Zeit im Gemeindehaus der Lutherkirche statt. Nun gab es zahlreiche Abendmusiken nicht nur in Harburg, sondern auch im Harburger Umland. In der 70er Jahren gab es Aufführungen in den Hauptkirchen St. Michaelis und St. Nikolai, in Berlin und auf Kirchentagen und in den 80er Jahren wurde die erste von mehreren Schallplatten eingespielt. 1988 konnte ein glanzvolles 100jähriges Jubiläum gefeiert werden, zu dem es auch die erste Auftragskomposition gab: eine Partita über den Choral „Nun bitten wir den heiligen Geist“. Der Chor hatte mittlerweile konstant 16-18 Bläserinnen und Bläser. 1999 folgte das nächste Jubiläum: 111 Jahre Posaunenchor Harburg. Heinz Korupp hielt das Niveau des Chores hoch und wurde 2008 nach 45jähriger Chorleitertätigkeit mit einem großen Festkonzert in der St. Johanniskirche verabschiedet- gleichzeitig war es das 120-jährige Jubiläum.

 

Stefan Henatsch wurde als neuer Chorleiter für dieses Amt gewonnen. Da die Zeiten sich geändert haben, ist es das erste Mal in dieser langen Geschichte, dass der Chor nicht mehr ehrenamtlich geleitet wird. Der Umbruch konnte aber gut bewältigt werden. Einige Mitglieder hörten nach dem letzten Jubiläum auf, andere konnten neu hinzugewonnen werden. Es gibt Bläser, die dem Chor schon seit vielen Jahrzehnten treu geblieben sind. 2012 musste sich der Chor eine neue Übungsstätte suchen und probt nun seit August 2012 im Gemeindehaus der St. Petruskirche Heimfeld. Die Probenzeit, donnerstags 20.00 Uhr, ist geblieben. Neue interessierte Bläserinnen und Bläser sind immer herzlich willkommen!